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10 Jahre Demenz Support Stuttgart gGmbH (DeSS)

10 Jahre Demenz Support Stuttgart gGmbH (DeSS)

Vor zehn Jahren, im April 2002, wurden die ersten Arbeits­ver­träge bei Demenz Support Stuttgart gGmbH geschlossen. Die unabhän­gige und gemein­nüt­zige Organi­sa­tion will einen Beitrag leisten, damit Menschen mit Demenz und all dieje­nigen, die ein Stück Sorge­ver­ant­wor­tung übernehmen und sie begleiten, Wohlbe­finden erfahren und ein gutes Zusam­men­leben von Menschen mit und ohne Demenz in unserer Gesell­schaft gelingen kann.

Am Rande einer öffent­li­chen Veran­stal­tung kommen­tierten Geschäfts­führer Peter Wißmann und Mitglied des Exper­ten­bei­rats Christian Zimmer­mann den „runden Geburtstag“ der jungen Organi­sa­tion. Das Interview mit Peter Wißmann und Christian Zimmer­mann finden Sie hier:

10 Jahre Demenz Support Stuttgart gGmbH: Quer denken, Prozesse anstoßen, Spuren hinter­lassen. Weiter so!

Peter Wißmann und Christian Zimmer­mann zum zehnjäh­rigen Bestehen der Organi­sa­tion

Frage: Peter Wißmann, zehn Jahre Demenz Support – das ist in jedem Fall ein Grund zum Feiern. Aber ist Demenz Support in ihrem Bereich nun eigent­lich eine noch jugend­liche oder bereits eine reife, gestan­dene Organi­sa­tion? Und: Was ist überhaupt erreicht worden in den zehn Jahren?

Peter Wißmann: Zehn Jahre können kurz oder lang erscheinen. Das kommt ganz auf die Perspek­tive an. Für uns kommt es aber vor allem auf die Ergeb­nisse unserer Arbeit in diesen zehn Jahren an. Haben wir etwas bewirkt? Ich denke: Ja! Eine ganze Menge sogar! Es ließen sich an dieser Stelle viele Projekte, Studien, Veran­stal­tungen und auch Publi­ka­tionen anführen, die diese Aussage belegen können. Doch statt mich in Details zu verlieren möchte ich lieber beim Blick zurück auf die meines Erachtens beiden großen Fragen werfen, bei denen Demenz Support Stuttgart für tiefgrei­fende und nachhal­tige Entwick­lungen verant­wort­lich zeichnet.

Die erste Frage lautet: Wie können lebens­werte Umwelten für Menschen mit Demenz geschaffen werden? Diese Frage durch­zieht unsere Arbeit von Beginn an wie ein roter Faden. Anfangs waren mit diesen Umwelten vor allem die Orte gemeint, an denen Menschen mit demen­zi­ellen Verän­de­rungen leben und betreut werden, wenn ihnen dies im gewohnten häusli­chen Umfeld nicht mehr möglich ist. Wie müssen solche Orte beschaffen sein, damit Menschen sich dort wohl fühlen können? Was können Archi­tektur und Milieu­ge­stal­tung dazu leisten? Demenz Support Stuttgart hat diese Aspekte mit dem Thema Demenz zusam­men­ge­führt, als dies durchaus noch nicht üblich war. Wir haben eine sozial­öko­lo­gi­sche Perspek­tive in die Diskus­sion einge­bracht und Demenz zum Thema auch für dieje­nigen gemacht, die mit der Gestal­tung der baulichen Umwelt beruflich betraut, aber nur selten mit den Bedürf­nissen von Menschen mit Demenz vertraut sind. Wir haben den Zusam­men­hang von gezielter Milieu­ge­stal­tung und einer person­zen­trierten Beglei­tung von Menschen mit Demenz deutlich gemacht und in vielen Projekten auch umzusetzen geholfen. Wir haben Standards gesetzt!

Frage 2 lautet: Wie können Menschen mit Demenz selbst­be­stimmt leben und sich aktiv in die Gesell­schaft einbringen? Als hierzu­lande so gut wie niemand daran dachte, Menschen mit Demenz selbst zu fragen, wie sie sich ihr Leben vorstellen und wie sie von anderen behandelt werden möchten, haben wir begonnen, die Themen Selbst­ar­ti­ku­la­tion, Selbst­be­stim­mung und Selbst­hilfe auf die Agenda der öffent­li­chen Diskus­sion zu setzen. In Abkehr von dem weit verbrei­teten Bild des hilflosen Demenz­kranken, dem man nichts zutraut, haben wir Menschen mit Demenz ermutigt, ihre Stimme zu erheben und sich nicht vom gesell­schaft­li­chen Leben abkoppeln zu lassen. Dazu haben wir in Form öffent­li­cher Veran­stal­tungen und Studien, bei denen die Betrof­fenen befragt wurden, einen Rahmen geboten. Wir haben Menschen mit Demenz dabei unter­stützt, sich in Buchform zu äußern und wir haben Demenz­be­trof­fene und Profis an einen Tisch geholt, um das Konzept der „Unter­stützten Selbst­hil­fe­gruppen“ in Deutsch­land voran zu bringen. Die Botschaft, dass die Zeiten, in denen man ausschließ­lich über Menschen mit Demenz gespro­chen hat, sich ihrem Ende zuneigen, ist mittler­weile bei vielen anderen Akteuren angekommen. Darüber freuen wir uns!

Es ehrt uns, dass wir vom Analy­se­haus PHINEO im vergan­genen Jahr für unsere „Pionier­ar­beit“ gewürdigt worden sind und man uns in einem in diesen Tagen erschei­nenden Buch als „Motor für die Demenz­szene“ bezeichnet. Vor allem beflügelt es uns aber, den ersten geschafften zehn Jahren viele weitere, ebenso Spuren hinter­las­sende, folgen zu lassen.

Frage: Christian Zimmer­mann, was sagen Sie als Mitglied des Berater­kreises zum zehnjäh­rigen Jubiläum der Demenz Support?

Christian Zimmer­mann: Ich finde es toll, dass die Demenz Support jetzt zehn Jahre alt ist. Wir haben da auch ganz schön viel zusammen geschafft. Also: machen wir weiter so!

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